Honorarberatung Kosten: Wie teuer ist sie wirklich?

Viele Anleger unterschätzen, wie unterschiedlich die Kosten einer Honorarberatung ausfallen können – und welche Rolle das Abrechnungsmodell dabei spielt.
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Elias Huber

Honorar-Finanzanlagenberater

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

Wie wird eine Honorarberatung vergütet?

Eine Honorarberatung ist eine provisionsfreie Finanzberatung, bei der der Berater direkt vom Kunden bezahlt wird.

Die Kosten hängen vor allem vom Vergütungsmodell ab. Üblich sind drei Varianten:

  • Stundensätze: Sie zahlen nur für die tatsächlich geleisteten Beratungs- und Vorbereitungsstunden (z.B. 200 Euro brutto pro Stunde).

  • Pauschalpreise: Feste Preise für bestimmte Dienstleistungen, etwa einen Ruhestandsplan oder Produktcheck.

  • Verwaltungsgebühren: Laufende Kosten, damit der Honorarberater das Portfolio verwaltet (z.B. 1 Prozent der Anlagesumme pro Jahr).

In der Praxis arbeiten manche Honorarberater mit einem Mischmodell und lassen dem Kunden die Wahl: Entweder wird gegen ein einmaliges Honorar ein ETF-Portfolio erstellt, das der Kunde anschließend selbst verwaltet, oder der Berater übernimmt die laufende Vermögensverwaltung gegen eine prozentuale Gebühr.

Was kostet eine Honorarberatung Finanzen?

Die Kosten einer Honorarberatung variieren je nach Vergütungsmodell:

  • Stundensatz: Je nach Berater zwischen 150 und 300 Euro pro Stunde (inkl. 19 % MwSt.). Abgerechnet wird nicht nur das Beratungsgespräch, sondern auch Recherchen und die Erstellung der gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsdokumentation. Für ein ETF-Portfolio ohne Altlasten brauchen Honorarberater meiner Beobachtung nach rasch 5 Stunden (je nach Situation und Vorwissen). 

  • Pauschalpreis: Im niedrigen oder mittleren vierstelligen Bereich (ähnlich wie beim Stundensatz), abhängig vom Beratungsumfang und der Erfahrung des Beraters.

  • Verwaltungsgebühren: Verwaltungsgebühren liegen bei Vermögen bis 1 Mio. Euro typischerweise zwischen 0,7 und 1,2 % pro Jahr. Bei höheren Vermögen kann die Gebühr sinken, bleibt nach meiner Beobachtung aber meist über 0,5 % pro Jahr.

Pauschalpreise oder Stundenhonorare sind in aller Regel langfristig günstiger als eine Vermögensverwaltung, weil nur einmalige Kosten anfallen. 

Beispiel: 500.000 € Vermögen

Bei einem Anleger mit 500.000 Euro Vermögen können die Kosten je nach Vergütungsmodell stark auseinandergehen. 

Bei einer stundenbasierten Honorarberatung mit 8 Stunden Aufwand und einem Stundensatz von 200 Euro brutto entstehen einmalige Kosten von 1600 Euro. Danach verwaltet der Anleger das Portfolio selbst. 

Bei einer Vermögensverwaltung könnte eine jährliche Gebühr von 0,8 % brutto anfallen. Im ersten Jahr entspricht das 4000 Euro. Dafür übernimmt der Berater die laufende Betreuung und steht dauerhaft als Ansprechpartner zur Verfügung. Die 0,8 % fallen danach jedes Jahr auf die durchschnittliche Vermögenshöhe an.

Ein Pauschalhonorar könnte beispielsweise bei 2000 Euro liegen und wird einmalig berechnet.

Warum sind die Kosten so hoch?

Die Stundensätze sind ähnlich hoch wie bei anderen selbstständigen Beratern. Etwa verlangen Anwälte oder Steuerberater gleich viel oder sogar mehr. 

Ein guter Honorarberater ist dieses Geld auch wert. „Ein fachkundiger Berater, der uneingeschränkt in Ihrem Interesse für Sie tätig wird, kann Ihnen tatsächlich erheblichen Mehrwert generieren und die von ihm verursachten Kosten mehr als wieder einbringen“, schreibt etwa der Professor für Finanzdienstleistungen Hartmut Walz in seinem Buch Beraten statt verraten.

„Die Frage ist nicht, ob Beratung Geld kostet – sondern ob fehlende Beratung oder Bankberatung nicht am Ende teurer ist.“

Der Berater hat Betriebskosten für Marketing, Software, Versicherung und Prüfberichte, und muss für Alter, Krankheit, Urlaub und Weiterbildung vorsorgen.

Die Höhe hängt außerdem von der Berufserfahrung und Qualifikation ab: Ältere Berater oder CFPs („Certified Financial Planner“) verlangen mehr, bieten dafür aber auch mehr Expertise.

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Lohnt sich eine Honorarberatung?

Die anfänglichen Beratungskosten können Sie schon nach wenigen Jahren wieder hereinholen – vorausgesetzt, Ihr Geld würde auf Bankkonten liegen bleiben oder in teuren provisionsbasierten Produkten.

Schon bei einer Anlagesumme von 30.000 Euro und einem Honorar von 1500 Euro lohnt sich die Honorarberatung in meiner Hochrechnung gegenüber einer Provisionsberatung oder ETF-Vermögensverwaltung nach etwa fünf Jahren.

Dabei gehen wir davon aus, dass alle Anleger am Kapitalmarkt die gleichen Renditen erzielen und sich nur die Kosten unterscheiden.

Würden Sie das Geld dagegen auf Tages- oder Festgeldkonten liegen lassen, hätten Sie mit einer Honorarberatung schon nach 2,5 Jahren mehr Vermögen – einfach, weil die Renditen bei Bankeinlagen deutlich geringer ausfallen (siehe Tabelle).

Honorar- vs. Provisionsberatung: Endvermögen (Beispiel)

Annahmen für die Honorarberatung: 0,2 Prozent ETF-Gebühren und Honorar von 1500 Euro zu Beginn

Anlagesumme
Gegenüber einer Provisionsberatung oder Vermögensverwaltung*
Gegenüber einer Mischung aus Tagesgeld und Festgeld**
20.000 Euro
8 Jahre 1 Monat
3 Jahre 8 Monate
30.000 Euro
5 Jahre 2 Monate
2 Jahre 5 Monate
50.000 Euro
3 Jahre 1 Monat
1 Jahre 6 Monate
100.000 Euro
1 Jahr 7 Monate
9 Monate

Quelle: Eigene Berechnungen

*Historische, inflationsbereinigte Rendite von 3,9 % p.a. für ein 60/40-Portfolio (globale Aktien / 80-20-Mischung aus Geldmarktzinsen in Deutschland und mittelfristigen deutschen Staatsanleihen). Bei der Provisionsberatung fallen 1,2 % Fondsgebühren pro Jahr an. Die Vermögensverwaltung verursacht Gesamtkosten von 1,2 % p.a., bestehend aus 0,2 % ETF-Gebühren und 1,0 % Verwaltungsgebühren.

**Historische, inflationsbereinigte Rendite von 1,5 % p.a. für ein Portfolio aus 80 % Geldmarktzinsen in Deutschland und 20 % mittelfristigen deutschen Staatsanleihen (REXP). Bei Bankeinlagen entstehen keine Kosten.

Anmerkung: Alle Renditen basieren auf historischen Durchschnittswerten für den Zeitraum von 1970 bis 2022 in Deutschland. Die Ergebnisse dienen nur der Veranschaulichung und sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen.

Wenn Sie noch kein Vermögen haben, aber monatlich 400 Euro sparen können, haben Sie nach sechs Jahren mehr Vermögen. Hier nehmen wir ein Honorar von 800 Euro an, da ein Anleger ohne Altportfolio weniger Aufwand für den Honorarberater bedeutet.

Alle Berechnungen basieren auf typischen Kosten sowie den durchschnittlichen Kapitalmarktrenditen der vergangenen 50 Jahre in Deutschland (siehe Tabelle).

Honorar- vs. Provisionsberatung: Endvermögen nach Sparrate (Beispiel)

Annahmen für die Honorarberatung: 0,2 % ETF-Gebühren, Honorar von 800 Euro zu Beginn

Sparrate pro Monat
Gegenüber einer Provisionsberatung oder Vermögensverwaltung
Gegenüber einer Mischung aus Tagesgeld und Festgeld
100 Euro
12 Jahre
8 Jahre 6 Monate
200 Euro
8 Jahre 8 Monate
6 Jahre
300 Euro
7 Jahre 6 Monate
4 Jahre 10 Monate
400 Euro
5 Jahre 11 Monate
4 Jahre 3 Monate
800 Euro
4 Jahre 2 Monate
2 Jahre 9 Monate

Quelle: Eigene Berechnungen

Anmerkungen: Annahmen wie oben. Der Honorarberatene spart zunächst, bis er das Honorar von 800 Euro beisammen hat, und verwendet dieses dann für die Honorarberatung. Danach beginnt er mit dem Vermögensaufbau in Höhe der monatlichen Sparrate. Im Gegensatz dazu starten der Provisionsberatene und der Nutzer einer Vermögensverwaltung sofort mit dem Vermögensaufbau, tragen jedoch höhere laufende Kosten. Der angegebene Zeitraum zeigt, ab wann der Honorarberatene mehr Vermögen besitzt. Die Ergebnisse dienen nur der Veranschaulichung und sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen.

Fazit: Honorarberatung Kosten

Eine Honorarberatung auf Stundenbasis kann sich je nach Sparrate, Vermögen und der Kapitalmarktentwicklung bereits nach wenigen Jahren rechnen und ist langfristig in aller Regel viel günstiger als eine provisionsbasierte Beratung.

Häufige Fragen (FAQ)

Die Kosten für einen Honorarberater hängen vom Abrechnungsmodell ab. Üblich sind entweder Stundensätze zwischen 150 und 300 Euro brutto, einmalige Pauschalen im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich oder laufende Verwaltungsgebühren von 0,7 bis 1,2 Prozent pro Jahr des verwalteten Vermögens.

Der Stundensatz eines Honorarberaters liegt in der Regel zwischen 150 und 300 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die abgerechnete Zeit umfasst dabei nicht nur das Beratungsgespräch, sondern auch Recherchen und Erstellung der Beratungsdokumentation. 

Ein Honorar von 2000 Euro liegt im mittleren Bereich und ist durchaus üblich. Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, hängt vor allem ab von den gewünschten Leistungen – etwa Depotanalyse, Finanzplanung oder Anlageberatung –, der Komplexität des Anliegens sowie von Erfahrung und Qualifikation des Honorarberaters. So ist eine reine Anlageberatung meist günstiger als eine umfassende Ruhestandsplanung.

Nein, in der Regel ist Honorarberatung langfristig günstiger als eine Provisionsberatung. Zwar fällt einmalig ein höheres Honorar an, dafür entfallen laufende Provisionen. Über die Jahre kann das zu einem deutlich höheren Endvermögen führen.

Das hängt von der Anlagesumme, den Produkt- und Beratungskosten sowie der Kapitalmarktentwicklung ab. In unserer Beispielrechnung mit typischen Provisionen und 1500 Euro Honorar, historischen Kapitalmarktrenditen, 30.000 Euro Anlagesumme und einer Aktienquote von 60 Prozent dauert es nur fünf Jahre. Grund dafür sind die niedrigeren laufenden Kosten der Finanzprodukte, die in der Honorarberatung typischerweise empfohlen werden.

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Über den Autor

Elias Huber ist Honorarberater auf Stundenbasis (mit Zulassung nach § 34h GewO, die die Annahme von Provisionen verbietet). Er unterstützt Anleger im Raum Offenburg (Ortenaukreis), Karlsruhe, Freiburg sowie deutschlandweit per Videokonferenz – mit unabhängiger Finanzberatung rund um Geldanlage und Depotanalyse.

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Elias Huber ist Honorarberater auf Stundenbasis (mit Zulassung nach § 34h GewO, die die Annahme von Provisionen verbietet). Er unterstützt Anleger im Raum Offenburg (Ortenaukreis), Karlsruhe, Freiburg sowie deutschlandweit per Videokonferenz – mit unabhängiger Finanzberatung rund um Geldanlage und Depotanalyse.

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