Das Wichtigste in Kürze
- Deka Fonds sind aktiv gemanagte Fonds der Sparkassen, bei denen ein Fondsmanager die Wertpapiere auswählt, während ETFs Indizes wie den DAX nachbilden.
- Aktive Fonds sind in der Regel teurer und erzielen daher langfristig meist geringere Renditen als kostengünstige ETFs.
- Eine Beispielrechnung zeigt: Ein Wechsel zu günstigen ETFs kann sich mittelfristig lohnen, selbst wenn beim Verkauf zunächst fast 10.000 Euro Steuern anfallen.
- Ein Verkauf lohnt sich umso mehr, je länger der Anlagehorizont ist, je teurer der Deka Fonds ist und je geringer die bisherigen Kursgewinne ausfallen.
- Anleger sollten daher prüfen, ob eine Umschichtung in ETFs sinnvoll ist.
Was sind Deka Fonds?
Deka Fonds sind Investmentfonds der Dekabank, der Fondsgesellschaft der Sparkassen. Anders als ETFs werden sie aktiv verwaltet: Fondsmanager entscheiden, welche Wertpapiere gekauft und verkauft werden und versuchen damit besser abzuschneiden, als der breite Markt.
ETFs bilden dagegen meist Indizes wie den MSCI World oder den DAX nach. Dadurch liefern sie eine durchschnittliche Marktrendite und sind günstiger.
Deka Fonds: Kosten gegenüber ETFs
Viele Deka Fonds haben jährliche Verwaltungsgebühren (TER) von 1,4 % oder mehr.
Beispiele:
Deka-DividendenStrategie CF: 1,40 %
Deka-Global Champions CF: 1,41 %
Deka-MegaTrends CF: 1,44 %
Deka-Industrie 4.0 CF: 1,50 %
Breit streuende ETFs liegen dagegen in der Regel bei 0,2 % pro Jahr. Bei 100.000 Euro Anlagesumme entspricht das etwa 1400 Euro Gebühren bei Deka Fonds und 200 Euro bei ETFs.
Diese höheren Kosten können langfristig dazu führen, dass Deka-Anleger deutlich weniger Vermögen aufbauen.
Kann man den Deka Fonds finden, der ETFs schlägt?
Es ist extrem schwierig, im Voraus den aktiven Fonds auszuwählen, der langfristig besser läuft als ein vergleichbarer ETF.
Die meisten aktiven Fonds schaffen es langfristig nicht, ETFs zu schlagen. Laut dem Aktiv-Passiv-Barometer von Morningstar liegen über 90 Prozent der aktiven Fonds über einen 20-Jahreszeitraum zurück. Das Unternehmen analysierte dabei rund die Hälfte des europäischen Fondsmarkts.
Auch hohe Renditen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis. Die SPIVA Persistence Scorecard des Indexanbieters S&P zeigt, dass die meisten der outperformenden Fonds im Anschluss wieder unterdurchschnittlich laufen.
„Es ist keine gute Strategie, einen Deka Fonds wegen der guten vergangenen Performance zu kaufen. Meistens können die Gewinner-Fonds ihre Outperformance nicht fortsetzen und schneiden danach wieder schlechter ab.“
Deka-Anleger sollten sich deshalb überlegen, ob die hohen Kosten wirklich gerechtfertigt sind oder ob indexbasierte ETFs nicht besser passen.
Mehr dazu lesen Sie im Artikel zu ETFs oder Fonds.
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Sollte man Deka Fonds verkaufen oder halten?
Ob sich ein Verkauf lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind:
die Höhe der Kursgewinne
die steuerliche Situation
die Höhe der laufenden Kosten des Fonds und Kosten beim Verkauf (z.B. Odergebühren, Rückgabegebühren)
der Anlagehorizont
die persönlichen Ziele
Generell gilt: Je niedriger die Kursgewinne, je höher die Kosten des Deka Fonds und je länger der Anlagehorizont, desto eher macht ein Wechsel Sinn.
Bei nischigen Deka Fonds mit Aktien aus einem engen Themenbereich oder einem einzigen Land kann ein Verkauf auch Sinn machen, um die Diversifikation des Portfolios zu verbessern.
In vielen Fällen dürfte sich ein Verkauf langfristig lohnen, weil die laufenden Kosten der ETFs deutlich niedriger sind.
Beispielrechnung: Wann lohnt sich ein Wechsel zu ETFs?
Im Folgenden handelt es sich um eine hypothetische Szenariorechnung für denselben Anleger. Ausgangspunkt sind 100.000 Euro in einem Deka-Fonds, davon 50.000 Euro Kursgewinne.
Wir vergleichen zwei Szenarien:
Szenario 1: Der Anleger behält den Deka-Fonds und trägt laufende Kosten von 1,4 % pro Jahr.
Szenario 2: Der Anleger verkauft, zahlt rund 9200 Euro Kapitalertragsteuer (30 % Teilfreistellung) und investiert die verbleibenden ca. 91.000 Euro in einen ETF mit 0,2 % Kosten.
Unterstellt wird in beiden Fällen die gleiche Rendite vor Kosten. Nehmen wir an, dass der ETF langfristig 6 Prozent Rendite pro Jahr erzielt, dann muss der Deka-Fonds 4,8 Prozent machen (6 Prozent minus dem Kostennachteil von 1,2 Prozentpunkten).
Das Ergebnis: Nach rund 8,5 Jahren hat der ETF-Anleger den Verlust durch die Steuer wieder aufgeholt und hat mehr Vermögen als der Deka-Fonds-Anleger.
Wird zu diesem Zeitpunkt komplett verkauft, ergibt sich nach Steuern:
ETF-Szenario: 138.200 Euro
Deka-Fonds-Szenario: 130.700 Euro
Damit hat der ETF-Anleger in diesem Rechenbeispiel rund 7500 Euro mehr Endvermögen. Der Unterschied entsteht im Wesentlichen durch die niedrigeren ETF-Kosten, die den vorzeitigen Steuerverlust über die Jahre kompensieren.
Fazit: Deka Fonds verkaufen oder behalten
Ein Verkauf von Deka Fonds dürfte wegen der hohen Gebühren häufig sinnvoll sein.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche Schwächen haben Deka Fonds?
Deka Fonds haben im Vergleich zu ETFs hohe laufende Kosten von 1,4 % pro Jahr und mehr. Diese Gebühren wirken sich direkt renditemindernd aus. Dadurch liegen die meisten aktiven Fonds wie die Deka Fonds langfristig hinter ETFs zurück.
Sind Deka Fonds zu empfehlen?
Anleger sollten besser auf günstige, weltweit streuende Aktien-ETFs zurückgreifen. Statistisch gesehen schaffen es die große Mehrheit der aktiven Fonds wie die Deka Fonds nicht, über Zeiträume von 10 oder 20 Jahren besser abzuschneiden als ETFs.
Sollte man Deka Fonds verkaufen?
Ein Verkauf ist vor allem dann sinnvoll, wenn noch vergleichsweise wenig Kursgewinne aufgelaufen sind, der Deka Fonds teuer oder der Anlagehorizont lang ist. In solchen Fällen überwiegen die Kostenvorteile der ETFs, auch wenn bei einem Verkauf zunächst Steuern anfallen.
Was ist besser: Deka Fonds oder ETFs?
ETFs sind breit gestreut, transparent und kostengünstig. Deka Fonds sind aktiv gemanagt und verursachen höhere Gebühren, ohne dass daraus langfristig bessere Ergebnisse entstehen müssen. Deshalb sind ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau in aller Regel die sinnvollere Lösung.
Lohnt sich ein Wechsel zu ETFs trotz Steuern?
Ein Wechsel kann sich lohnen, wenn die langfristigen Kostenersparnisse die einmalige Steuerbelastung übersteigen. ETFs sind rasch einen Prozentpunkt günstiger als Deka Fonds. Langfristig können Anleger dadurch womöglich die vorzeitig gezahlten Steuern wieder wettmachen.
Lohnen sich Deka ETFs?
Breit streuende Deka ETFs auf Indizes wie den MSCI World oder den MSCI Emerging Markets sind grundsätzlich sinnvolle Produkte. Dagegen sind geringer diversifizierte Deka ETFs, etwa auf einzelne Länder, Branchen oder Themen, weniger sinnvoll. Jedoch sind auch breit streuende Deka ETFs oft relativ teuer und können steuerliche Nachteile aufweisen. Mehr dazu im Blogartikel zu Deka ETFs.
