Das Wichtigste in Kürze
- Deka ETFs sind börsengehandelte Fonds der Sparkassen, die meist Aktienindizes für Länder, Regionen, Branchen oder bestimmte Themen nachbilden.
- Viele Deka ETFs sind teurer im Vergleich zu den ETFs anderer Anbieter.
- Deka ETFs mit hohem US-Anteil haben durch den Sitz in Deutschland einen steuerlichen Nachteil.
- Deka ETFs sind grundsätzlich solide ETFs, aber nicht immer die optimale Wahl.
- Deka ETFs mit aktiven Deka Fonds zu kombinieren, ist nicht sinnvoll.
Was sind Deka ETFs?
Deka ETFs sind börsengehandelte Fonds der Dekabank, der Fondsgesellschaft der Sparkassen.
Sie bilden bekannte Indizes wie den MSCI World, MSCI Europe oder den S&P 500 nach und werden typischerweise von Beratern der Sparkassen empfohlen.
Welche Deka ETFs sind sinnvoll?
Viele Deka ETFs sind nicht breit diversifiziert, sondern investieren in einzelne Länder, Branchen oder Themen (z. B. DAX, Rüstung oder alternative Energien).
Das Risiko: Solche nischigen ETFs können langfristig deutlich schwächer laufen als der Weltaktienmarkt. In Einzelfällen haben sie über 20 Jahre keine positive Rendite erzielt, was beim Weltaktienmarkt in den vergangenen 55 Jahren nicht vorgekommen ist.
Daher sind breit streuende Deka ETFs – etwa auf den MSCI World oder MSCI Emerging Markets – in der Regel die bessere Wahl.
Beispiel: Schwache Entwicklung eines Deka-Themen-ETFs
Der Deka Future Energy ESG ETF, der in Unternehmen aus dem Bereich alternative Energien investiert, liegt weit hinter einem Welt-ETF zurück.
Seit seiner Auflage 2022 ist er um 16 % gestiegen, während ein MSCI World ETF im gleichen Zeitraum um 74 % zugelegt hat.
Zudem lag der ETF bis Frühjahr 2026 mehr als vier Jahre lang im Minus (siehe Bild).
Kosten der Deka ETFs – hoch relativ zur Konkurrenz
Doch auch breit streuende Deka ETFs haben Nachteile: Die jährliche Kostenquote (TER) ist häufig höher als bei ETFs anderer Anbieter auf denselben Index.
Einige Beispiele:
Deka MSCI World: 0,30 % TER vs. ~0,15 % Marktstandard
Deka MSCI USA: 0,30 % vs. ~0,05 %
Deka S&P 500: 0,12 % vs. ~0,05 %
Deka MSCI Japan: 0,52 % vs. ~0,10 bis 0,15 %
Deka MSCI Europe: 0,30 % vs. ~0,10 %
Deka Emerging Markets ESG: 0,40 % vs. ~0,20 %
Diese Unterschiede wirken klein, aber können langfristig viel ausmachen. Schon 0,3 Prozentpunkte höhere Kosten können über 20 Jahre zu spürbar weniger Endvermögen führen.
Bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro fallen bei einer TER von 0,2 % pro Jahr 200 Euro Kosten an, bei 0,4 % dagegen 400 Euro.
Beispiel: 20.000 Euro weniger durch höhere ETF-Kosten
Gehen wir von zwei ETFs mit einer TER von 0,2 % und 0,5 % aus.
Für dieses Beispiel wird angenommen, dass beide vor Kosten die gleiche Rendite erzielen. Nach Kosten liegt der günstigere ETF deshalb jedes Jahr um 0,3 Prozentpunkte vorne.
Die Folge nach 20 Jahren:
100.000 Euro bei 7 % Rendite → ca. 387.000 Euro
100.000 Euro bei 6,7 % Rendite → ca. 366.000 Euro
Unterschied: rund 21.000 Euro weniger Vermögen.
Warum Deka ETFs steuerlich im Nachteil sein können
Bei ETFs mit vielen US-Aktien ist es steuerlich vorteilhaft, wenn sie in Irland ansässig sind. Dort werden auf US-Dividenden nur 15 Prozent Quellensteuer fällig, in anderen EU-Ländern 30 Prozent.
Dadurch ist die Rendite bei US-lastigen ETFs wie dem MSCI World (60–70 % USA) um etwa 0,15 bis 0,2 Prozentpunkte pro Jahr höher. Deshalb sind fast alle MSCI World und USA-ETFs anderer Anbieter in Irland ansässig.
Deka ETFs mit hohem US-Anteil – etwa auf den MSCI World, MSCI USA oder S&P 500 – haben dadurch einen leichten Nachteil.
Mehr über die Nachteile des Deka MSCI World ETFs erfahren Sie in diesem Artikel.
„Deka ETFs mit hohem US-Anteil würde ich meiden. Im Vergleich zu günstigeren ETFs aus Irland schneiden sie meist etwas schwächer ab – vermutlich wegen des steuerlichen Nachteils des Fondsdomizils Deutschland.“
Sind Deka ETFs sinnvoll?
Ob Deka ETFs sinnvoll sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das hängt von der individuellen Situation und den Anlagezielen ab.
Grundsätzlich sind es vielfach solide ETFs, bei denen langfristig höhere Renditen zu erwarten sind als bei aktiven Fonds, die ähnlich investieren und höhere Kosten aufweisen.
„Zwei breit gestreute Deka ETFs reichen in der Regel völlig aus – zum Beispiel MSCI World und MSCI Emerging Markets im Verhältnis 80/20 oder 90/10. Zusätzliche aktive Deka Fonds machen das Portfolio nur teurer, aber nicht besser.“
Gleichzeitig sind sie oft teurer als ähnliche ETFs anderer Anbieter und in einzelnen Fällen steuerlich im Nachteil. Viele Deka ETFs sind zudem nicht breit diversifiziert.
Anleger sollten daher genau prüfen, welche günstigeren Alternativen es zum jeweiligen Deka ETF gibt.
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Fazit: Deka ETFs im Vergleich
Breit streuende Deka ETFs sind solide Produkte für den Vermögensaufbau, aber häufig teurer als die Alternativen und teilweise steuerlich im Nachteil.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche ETFs bietet die Deka an?
Deka ETFs investieren in Ländermärkte wie den DAX, Branchen wie Rüstung sowie Themen wie alternative Energien oder Wasser. Daneben gibt es auch breit streuende Deka ETFs auf Indizes wie den MSCI World oder den S&P 500.
Welcher ist der beste Deka ETF?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. Breit streuende Deka ETFs auf den MSCI World oder MSCI Emerging Markets gelten im Vergleich zu Themen-, Branchen- oder Länder-ETFs als besser geeignet für den langfristigen Vermögensaufbau.
Sind Deka ETFs zu empfehlen?
Deka ETFs mit breiter Streuung auf Indizes wie dem MSCI World oder MSCI Europe sind grundsätzlich solide ETFs für den Vermögensaufbau. Sie sind jedoch häufig teurer als vergleichbare ETFs anderer Anbieter und bei hohem US-Anteil steuerlich im Nachteil.
Lohnt sich der Deka MSCI World ETF?
Der Deka MSCI World ETF ist mit einer TER von 0,3 % vergleichsweise teuer. Zudem hat er durch den Sitz in Deutschland einen steuerlichen Nachteil, der ihm gegenüber irischen MSCI World ETFs schätzungsweise 0,15 bis 0,2 Prozentpunkte pro Jahr Rendite kostet. Mehr dazu in diesem Artikel.
Welche Schwächen haben Deka ETFs?
Viele Deka ETFs sind teurer als vergleichbare Produkte anderer Anbieter. Zudem sind sie bei hohem US-Anteil steuerlich im Nachteil. ETFs mit Fokus auf einzelne Länder, Branchen oder Themen sind außerdem nur schwach diversifiziert.
Was ist besser: Deka ETFs oder Deka Fonds?
Deka ETFs sind in der Regel günstiger als aktiv gemanagte Deka Fonds. Dadurch bleibt mehr von den Erträgen beim Anleger. In diesem Artikel erkläre ich genauer, warum die meisten aktiv gemanagten Fonds langfristig schlechter abschneiden als ETFs.
Sind Deka ETFs eine gute Wahl bei der Sparkasse?
Deka ETFs sind grundsätzlich solide Produkte, werden bei der Sparkasse aber standardmäßig empfohlen, da sie von einer Fondsgesellschaft der Sparkassen herausgegeben werden. Anleger sollten daher prüfen, ob günstigere und steuerlich vorteilhaftere Alternativen anderer Anbieter verfügbar sind.
