MSCI World ex USA ETF: sinnvoll oder nicht?

Mit dem Welt-ETF ohne USA lassen sich Klumpenrisiken reduzieren – doch Anleger sollten den ETF richtig einsetzen.
Bild von Elias Huber
Elias Huber

Honorar-Finanzanlagenberater

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

Was ist der MSCI World ex USA?

Der MSCI World ex USA Index enthält große und mittelgroße Unternehmen aus 22 Industrieländern – die USA sind komplett ausgeschlossen.

Er ist vor allem dafür gedacht, ihn mit einem USA-ETF zu kombinieren, um den US-Anteil im Gesamtportfolio zu steuern. Dieser liegt in marktgewichteten Welt-ETFs je nach Index bei 60 bis 75 Prozent.

Der MSCI World ex USA index ist etwas ausgewogener als der MSCI World:

  • Kein Unternehmen ist stärker als 2,3 Prozent gewichtet, kein Land über 21 Prozent und keine Branche über 27 Prozent.

  • Schwellenländer und kleine Unternehmen sind jedoch nicht enthalten. Abgebildet werden 85 Prozent der Aktienmärkte in 22 Industrieländern.

Welche ETFs gibt es auf den MSCI World ex USA?

Aktuell stehen fünf ETFs zur Auswahl.

Der größte ist der xtrackers MSCI World ex USA ETF, der 2024 gestartet ist und über 5 Milliarden Euro verwaltet. 

Daneben gibt es ETFs von iShares, Amundi, UBS und BNP Paribas. Mit Ausnahme von BNP liegt das Fondsvermögen jeweils über 100 Millionen Euro, weshalb eine Schließung eher unwahrscheinlich ist.

Alle ETFs sind als Thesaurierer verfügbar und kaufen die Aktien aus dem Index (physische Replikation).

Alle ETFs auf den MSCI World ex USA im Überblick
ETF
Fondsvermögen
TER
ISIN
xtrackers MSCI World ex USA
5,5 Mrd. Euro
0,15%
Thesaurierer: IE0006WW1TQ4 Ausschütter: IE000Z0FC0G5
iShares MSCI World ex-USA
2,9 Mrd. Euro
0,15%
Thesaurierer: IE000R4ZNTN3
Amundi MSCI World ex USA
764 Mio. Euro
0,15%
Thesaurierer: IE00085PWS28 Ausschütter: IE0009BI8Z04
UBS MSCI World ex USA
101 Mio. Euro
0,09%
Thesaurierer: LU2807512947
BNP Paribas Easy MSCI World ex USA
0 Mio. Euro
0,07%
Thesaurierer: LU3256186639

Quelle: JustETF (Stand: Mai 2025)

Nachteile von MSCI World ex USA ETFs

Es gibt drei zentrale Nachteile gegenüber einem Portfolio aus einem Welt-ETF:

  • Höherer Aufwand durch zwei ETFs: Der MSCI World ex USA ETF sollte in der Regel immer mit einem USA-ETF kombiniert werden, da sonst rund 60 Prozent des Weltaktienmarkts fehlen. Dadurch entsteht zusätzlicher Aufwand, weil regelmäßig ein Rebalancing nötig ist – also die Wiederherstellung einer festen Gewichtung (z. B. 50 Prozent USA und 50 Prozent Restwelt). Bei einem einzigen Welt-ETF oder Multifaktor-ETF entfällt dieser Mehraufwand.

  • Nur sinnvoll in Kombination mit USA-ETF: Der ETF sollte in der Regel nicht in ein bestehendes Weltportfolio eingebaut werden, in dem bereits ein MSCI World oder ein anderer Welt-ETF enthalten ist. Das führt nur zu zusätzlicher Komplexität, Überschneidungen und womöglich zu neuen Klumpenrisiken im Zeitablauf.

  • Mehr Fehlerpotenzial: Ein Portfolio aus mehreren ETFs erfordert mehr Disziplin. Die einmal gewählte Gewichtung sollte langfristig beibehalten werden, da Abweichungen (z. B. durch Performance Chasing) die Rendite mindern können.

„Es macht in der Regel keinen Sinn, einen MSCI World ex USA mit einem Welt-ETF zu kombinieren oder in ein bestehendes Weltportfolio einzubauen. Dadurch wird das Portfolio nur komplexer, und man verliert schnell den Überblick darüber, wie stark man tatsächlich in welcher Region investiert ist.“

Vorteile von MSCI World ex USA ETFs

Trotz dieser Nachteile bieten MSCI World ex USA ETFs auch Vorteile:

Reduzierung des USA-Klumpenrisikos

Durch die Kombination mit einem USA-ETF lässt sich der US-Anteil gezielt senken.

Etwa sind in einem Portfolio aus jeweils 50 Prozent USA- und Restwelt-ETF die USA nur mit 50 Prozent gewichtet (Weltportfolio: 62 Prozent).

Außerdem ist das Gewicht der großen Tech-Konzerne niedriger – etwa macht Nvidia nur noch 3,9 statt 4,5 Prozent aus. 

Klumpenrisiken in Weltportfolios im Vergleich*
SPDR MSCI ACWI IMI
50/50-Portfolio
USA
62,3 %
50 %
IT-Branche
27 %
27 %
Die größte Aktie
Nvidia (4,4 %)
Nvidia (3,9 %)
Top 10
21,9 %
19,6 %
Marktkapitalisierung
99 %
ca. 80 %

Quelle: Eigene Recherchen (Stand: 30. April 2026)

*Bei der 50/50-Strategie haben der MSCI World ex USA und der MSCI USA jeweils 50 Prozent Gewicht. Die Angaben basieren auf der Zusammensetzung folgender ETFs: IE00B5BMR087, IE000R4ZNTN3.

Sehr niedrige Kosten

Die Gesamtkostenquote liegt bei allen verfügbaren ETFs bei maximal 0,15 Prozent. Der günstigste kostet sogar nur 0,07 Prozent. USA-ETFs kosten oft 0,05 Prozent.

Das bedeutet: Sie können mit zwei ETFs ein sehr günstiges Weltportfolio bauen – mit Gesamtkosten von etwa 0,1 Prozent, was niedriger ist als bei vielen All-World-ETFs. 

Einfach handhabbares Portfolio

Ein Portfolio aus einem USA- und einem Restwelt-ETF ist sehr einfach aufgebaut.

Das Rebalancing ist unkompliziert und der Aufwand gering. Die Geldanlage lässt sich leicht über Sparpläne und Daueraufträge automatisieren.

Ist Ihr ETF-Depot sinnvoll aufgebaut?

Im unverbindlichen Erstgespräch zur Honorarberatung erhalten Sie eine unabhängige Zweitmeinung.

Ist ein ETF auf den MSCI World ex USA sinnvoll?

Ob sich ein MSCI World ex USA ETF für Sie lohnt, hängt von ihren Vorlieben ab. 

Grundsätzlich lässt sich damit sehr einfach der USA-Anteil  reduzieren – was für Anleger interessant ist, die sich mit der hohen US-Gewichtung in marktkapitalisierten Welt-ETFs nicht wohlfühlen.

Allerdings sollten Sie die USA nicht zu sehr reduzieren, denn bei einer deutlichen Untergewichtung kann das Portfolio auch weit hinter normalen Welt-ETFs zurückbleiben, falls sich US-Aktien weiterhin überdurchschnittlich gut entwickeln.

„Ich persönlich finde eine 50/50-Gewichtung charmant: 50 Prozent MSCI World ex USA und 50 Prozent USA-ETF, ohne weitere Bausteine im Portfolio. Das ist sehr übersichtlich und einfach zu handhaben, weil man sofort sieht, ob ein Rebalancing nötig ist.“

Fazit: MSCI World ex USA

Ein Portfolio aus je 50 Prozent MSCI World ex USA und einem USA-ETF ist ein sehr einfach handhabbares, günstiges und wenig aufwendiges Weltportfolio.

Bild von Über den Autor

Über den Autor

Elias Huber ist Honorarberater auf Stundenbasis (mit Zulassung nach § 34h GewO, die die Annahme von Provisionen verbietet). Er unterstützt Anleger im Raum Offenburg (Ortenaukreis), Karlsruhe, Freiburg sowie deutschlandweit per Videokonferenz – mit unabhängiger Finanzberatung rund um Geldanlage und Depotanalyse.

Bild von Über den Autor

Über den Autor

Elias Huber ist Honorarberater auf Stundenbasis (mit Zulassung nach § 34h GewO, die die Annahme von Provisionen verbietet). Er unterstützt Anleger im Raum Offenburg (Ortenaukreis), Karlsruhe, Freiburg sowie deutschlandweit per Videokonferenz – mit unabhängiger Finanzberatung rund um Geldanlage und Depotanalyse.

Bild von Elias Huber
Elias Huber

Honorar-Finanzanlagenberater

Ist Ihr ETF-Depot sinnvoll aufgebaut?

Im unverbindlichen Info-Gespräch zur Honorarberatung erhalten Sie eine unabhängige Zweitmeinung.

Sie möchten endlich mit ETFs starten?

Dann vereinbaren Sie ein unverbindlichen Erstgespräch und erfahren Sie mehr über meine Honorarberatung auf Stundenbasis. 

Nach oben scrollen