Honorarberater finden: So vermeiden Sie hohe Kosten

Verbraucher müssen bei einem „Honorarberater“ genau hinschauen, um echte Unabhängigkeit zu erkennen – und die Kosten können je nach Vergütungsmodell sehr hoch ausfallen.
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Elias Huber

Honorar-Finanzanlagenberater

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

Was ist ein Honorarberater?

Ein Honorarberater wird ausschließlich vom Kunden bezahlt – ähnlich wie ein Anwalt oder Steuerberater. Provisionen oder andere Zahlungen von Finanzproduktanbietern sind nicht erlaubt.

Im Bereich Geldanlage dürfen nur zwei Berufsgruppen keine Provisionen annehmen:

  • Honorar-Anlageberater (§ 93 WpHG, unter Aufsicht der BaFin)

  • Honorar-Finanzanlagenberater (§ 34h GewO, unter Aufsicht der IHK)

Der Begriff „Honorarberater“ ist jedoch nicht geschützt – jeder darf sich so nennen, auch wenn Provisionen fließen. Daher sollten Sie unbedingt die Zulassung prüfen. 

Woran erkennt man einen echten Honorarberater?

Echte Honorarberater tragen die geschützten Berufsbezeichnungen „Honorar-Anlageberater“ oder „Honorar-Finanzanlagenberater“. So prüfen Sie die Zulassung:

  • Im Impressum sollte die Bezeichnung „Honorar-Anlageberater“ oder „Honorar-Finanzanlagenberater“ eindeutig genannt sein.

  • Honorar-Finanzanlagenberater lassen sich über die Plattform vermittlerregister.info der Industrie- und Handelskammer (IHK) überprüfen – einfach Name oder die Registriernummer aus dem Impressum eingeben.

  • Honorar-Anlageberater finden Sie im „Register der vertraglich gebundenen Vermittler auf der Internetseite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) – ebenfalls per Namenssuche.

Vermittlerregister der IHK

Wie finde ich einen Honorarberater in der Nähe?

Sie können einen Honorarberater über folgende Wege finden:

  1. Google-Suche: Geben Sie „Honorarberater“ plus Ihre Stadt oder Region ein, zum Beispiel „Honorarberater Berlin“, „Honorarberater Hamburg“ oder „Honorarberater Köln“. 

  2. VDH-Beraterregister: Der Verbund Deutscher Honorarberater führt ein „Honorarberater-Register“, in dem Sie gezielt nach Beratern in Ihrer Postleitzahlregion suchen können. Der VDH ist ein Unternehmen, das Honorarberater mit IT-Dienstleistungen und Weiterbildungen unterstützt.

  3. Liste von Professor Walz: Auf dem Blog des Finanzprofessors Hartmut Walz finden Sie eine nach Postleitzahlen sortierte Liste mit echten Honorarberatern.

  4. Berater-Lotse: Auf der Honorarberater-Plattform Berater-Lotse können Sie anhand Ihrer Postleitzahl gezielt nach jemandem in der Nähe suchen.

Allerdings brauchen Sie sich nicht auf Ihre Heimatregion oder Stadt zu beschränken – viele Honorarberater bieten auch Online-Beratungen an. Das spart Zeit und Anfahrtskosten.

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Wie wähle ich den richtigen Honorarberater aus?

Einen guten Honorarberater zu finden ist gerade für einen Laien nicht einfach. Auf folgende Punkte können Sie achten:

  • Zulassung prüfen: Bevorzugen Sie im Zweifel einen Berater, der ausschließlich als Honorar-Anlageberater, Honorar-Finanzanlagenberater und/oder „Versicherungsberater“ zugelassen ist. Vorsicht bei Mischformen – etwa wenn ein Honorar-Finanzanlagenberater gleichzeitig als „Versicherungsvermittler“ oder „Versicherungsmakler“ tätig ist. Solche Kombinationen können zu Interessenskonflikten führen, weil ein Anreiz bestehen kann, Versicherungsprodukte mit ETFs zu kombinieren, um regelmäßige Provisionen zu erhalten.

  • Vergütungsmodell prüfen: Gute Honorarberater verursachen nur einmalige Kosten und verlangen daher Stundensätze oder Pauschalpreise. Vorsicht bei einer ETF-Vermögensverwaltung mit prozentualen Gebühren: Diese ist in aller Regel teuer. Wenn Sie zum Beispiel eine Depotgebühr von 0,7 Prozent bezahlen und 500.000 Euro mitbringen, kostet Sie der Honorarberater jedes Jahr mehrere tausend Euro.

„Ein Honorarberater, der 0,8 oder 1 Prozent der Anlagesumme pro Jahr berechnet, ist schlicht zu teuer. Ein ETF-Portfolio lässt sich leicht selbst verwalten – mit wenigen Klicks und etwa 30 bis 60 Minuten Aufwand pro Jahr.“

  • Transparenz: Ein Honorarberater sollte seine Preise klar auf der Website ausweisen – und zwar in konkreten Eurobeträgen statt in Prozentsätzen. Zudem sollte eindeutig erkennbar sein, ob die Mehrwertsteuer enthalten ist.

  • Skepsis bei Alleskönnern: Berater, die gleichzeitig Geldanlage, Versicherungen und Immobilien abdecken, sind nicht spezialisiert. Gute Beratung erfordert Fokus.

  • Berufserfahrung und Qualifikationen: Auch mehrjährige Berufserfahrung in der Finanzberatung, ein Studium der Finanzökonomie (englisch: „Finance“) oder ein „Certified Financial Planner“-Titel sind ein gutes Signal. 

  • Mehrere Gespräche führen: Vergleichen Sie mehrere Berater. Neben der fachlichen Kompetenz und persönlichen Integrität sollte vor allem die zwischenmenschliche Chemie stimmen, denn ohne Vertrauen folgen Sie den Empfehlungen langfristig nicht.

  • Gut vorbereiten: Lesen Sie vorab Ratgeber, etwa von der Verbraucherzentrale. Wer informiert ins Gespräch geht, kann eher schlechte Beratung erkennen.

Checkliste: Einen guten Honorarberater finden
Kriterium
Merkmal
Warnzeichen
Zulassung
Honorar-Anlageberater (§ 93 WpHG) oder Honorar-Finanzanlagenberater (§ 34h GewO)
Mischmodelle (z.B. im Versicherungsbereich auf Provisionsbasis)
Vergütungsmodell
Stundensatz oder Pauschalpreise
Nur prozentuale Vergütung (Vermögensverwaltung)
Spezialisierung
Klarer Schwerpunkt (z.B. Geldanlage mit ETFs)
Generalist für viele Bereiche (Geldanlage, Rente, Versicherungen, Immobilien)

Quelle: Eigene Darstellung

Wie viel sollte eine Honorarberatung kosten?

Typischerweise liegt der Stundensatz bei 150 bis 300 Euro (inkl. 19 % Mehrwertsteuer). Die Höhe hängt unter anderem von der Erfahrung und Qualifikation des Beraters ab.

Eine ETF-Vermögensverwaltung kostet in der Regel zwischen 0,7 und 1,2 % des Depotvolumens pro Jahr (bei Vermögen unter 1 Mio. Euro). Diese Prozentgebühren mögen niedrig wirken, aber summieren sich rasch auf mittlere vierstellige Summen pro Jahr und mehr, je nach Vermögenshöhe.

Beispielrechnung:
Angenommen, ein Anleger möchte 300.000 Euro in ETFs investieren und sucht dafür einen Honorarberater Finanzen.

  • Honorarberater auf Stundenbasis: Der Stundenberater rechnet die tatsächlich benötigte Zeit für Recherche, Gespräche und Erstellung der Dokumentation ab. Benötigt er beispielsweise acht Stunden zu je 200 Euro brutto, entstehen einmalige Kosten von 1600 Euro – unabhängig von der Höhe des Vermögens.

  • Vermögensverwaltender Honorarberater: Hier fällt eine jährliche Gebühr auf das Anlagevermögen an. Bei 0,8 Prozent pro Jahr würden bei 300.000 Euro bereits 2400 Euro im ersten Jahr anfallen. Steigt das Vermögen im Laufe der Zeit, steigen auch die jährlichen Kosten weiter an.

In diesem Blog-Artikel erfahren Sie mehr zu den Kosten der Honorarberatung.

Fazit: Honorarberater finden

Achten Sie auf die richtige Zulassung (Honorar-Anlageberater oder Honorar-Finanzanlagenberater) und ein vorteilhaftes Vergütungsmodell (Stundensatz oder Pauschalpreis).

Häufige Fragen (FAQ)

Ein Honorarberater wird direkt vom Kunden bezahlt und darf bei der Geldanlage keine Provisionen von Banken, Versicherungen oder Fondsanbietern annehmen. 

Achten Sie im Impressum auf die geschützten Bezeichnungen „Honorar-Anlageberater“ (§ 93 WpHG) oder „Honorar-Finanzanlagenberater“ (§ 34h GewO). Nur diesen beiden Beratertypen ist die Annahme von Provisionen verboten.

Zudem sollten die Kosten transparent ausgewiesen werden und möglichst keine laufenden prozentualen Gebühren auf das Vermögen anfallen.

Hilfreich sind Google-Suchen wie „Honorarberater + Stadt“, aber auch Verzeichnisse wie die Honorarberater-Liste von Professor Hartmut Walz, Berater-Lotse oder das VDH-Beraterregister. Viele Honorarberater bieten zudem Online-Beratungen deutschlandweit per Videokonferenz an.

Honorarberater verlangen typischerweise Stundensätze zwischen 150 und 300 Euro brutto pro Stunde. Viele Honorarberater bieten zusätzlich eine Vermögensverwaltung an und berechnen dafür jährliche Gebühren auf das Anlagevermögen, die bei Vermögen unter 1 Mio. Euro häufig zwischen 0,7 und 1 Prozent pro Jahr liegen. Mehr zu den Kosten der Honorarberatung

Vorsicht bei Mischmodellen: Wenn ein Honorar-Finanzanlagenberater gleichzeitig als „Versicherungsmakler“ oder „Versicherungsvermittler“ arbeitet, können Interessenskonflikte entstehen. Auch hohe laufende Prozentgebühren auf das Anlagevermögen oder unklare Kostenangaben sind mögliche Warnzeichen.

Honorarberater im Bereich Geldanlage und Finanzen haben grundsätzlich weniger Interessenskonflikte, weil sie keine Provisionen annehmen dürfen. Entscheidend bleibt jedoch das konkrete Vergütungsmodell – laufende Prozentgebühren können auch bei Honorarberatern hohe Kosten verursachen.

ETF-Portfolios lassen sich mit wenig Aufwand selbst verwalten. Jährliche Verwaltungsgebühren von 0,7 bis 1 Prozent der Anlagesumme machen den Kostenvorteil der ETFs fast vollständig zunichte. 

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Über den Autor

Elias Huber ist Honorarberater auf Stundenbasis (mit Zulassung nach § 34h GewO, die die Annahme von Provisionen verbietet). Er unterstützt Anleger im Raum Offenburg (Ortenaukreis), Karlsruhe, Freiburg sowie deutschlandweit per Videokonferenz – mit unabhängiger Finanzberatung rund um Geldanlage und Depotanalyse.

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Elias Huber ist Honorarberater auf Stundenbasis (mit Zulassung nach § 34h GewO, die die Annahme von Provisionen verbietet). Er unterstützt Anleger im Raum Offenburg (Ortenaukreis), Karlsruhe, Freiburg sowie deutschlandweit per Videokonferenz – mit unabhängiger Finanzberatung rund um Geldanlage und Depotanalyse.

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