Lohnt sich der DWS Top Dividende? Bewertung, Erfahrungen

Erst Top, dann Flop – die Wertentwicklung des Dividendenfonds ist typisch für viele großen Aktienfonds.
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Elias Huber

Honorar-Finanzanlagenberater

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

Was ist der DWS Top Dividende?

Der DWS Top Dividende ist der größte aktiv gemanagte Aktienfonds aus Deutschland (ISIN: DE0009848119; WKN: 984811). Er verwaltet über 20 Milliarden Euro und wird von der DWS, einem Ableger der Deutschen Bank, angeboten.

Der Fonds investiert in Aktien aus aller Welt mit hoher Dividendenrendite. Sein Ziel ist laut einer Fondsunterlage „eine moderate aber stetige Wertentwicklung bei geringeren Schwankungen im Vergleich zum globalen Aktienmarkt“. 

Um eine Bewertung des Fonds vorzunehmen, wird er in diesem Artikel mit weltweit streuenden Dividenden-ETFs verglichen.

Diversifikation – konzentrierter als ETFs

Der DWS Top Dividende enthält insgesamt nur 61 Aktien. Im Vergleich zu ETFs ist das sehr wenig. Beispielsweise investiert der größte Dividenden-ETF, der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield, in über 2300 Aktien.

Beim DWS Top Dividende haben zudem die zehn größten Positionen mehr als doppelt so viel Gewicht wie beim Vanguard-ETF. 

Der Top Dividende ist also wesentlich konzentrierter: Sollten sich einzelne Aktien nicht wie erhofft entwickeln, würden das Anleger stärker spüren als beim ETF. Dafür ist der Top Dividende weniger banken- und USA-lastig (siehe Tabelle). 

Diversifikation im Vergleich: Top Dividende vs. Dividenden-ETF
DWS Top Dividende
FTSE All-World High Dividend Yield ETF
Zahl der Aktien
61
1309
Top 10
29,0 %
10,6 %
Die größten drei Aktien
Taiwan Semiconductor (4,5 %), Agnico Eagle Mines (3,6 %), Shell (3,0 %)
JPMorgan (1,8 %), Exxon (1,6 %), Johnson & Johnson (1,3 %)
USA
26,3 %
39,8 %
Die zwei größten Branchen
Finanzen (14,6 %), Energie (11,2 %)
Finanzen (29,1 %), Industrie (12,8 %)

Quellen: Factsheets (Stand: 30. April 2026)

Warum ist die Aktienquote von 80 Prozent problematisch?

Der DWS Top Dividende investiert zu jeweils zehn Prozent in Rohstoffe und Anleihen. Die Aktienquote liegt damit nur noch bei rund 80 Prozent. Offenbar fällt es der Fondsgesellschaft zunehmend schwer, angesichts des hohen Fondsvolumens interessante Dividendenaktien zu finden.

Die Fondsratingagentur Morningstar stufte den DWS Top Dividende bereits im Dezember 2023 herab. Begründung der Analysten: Das hohe Fondsvolumen erschwere es dem Fondsmanager, Marktchancen zu nutzen.

Aufgrund des gesunkenen Aktienanteils sind langfristig niedrigere Renditen und geringere Dividendenausschüttungen zu erwarten als bei Dividenden-ETFs, die zu 100 Prozent in Dividendenaktien investieren.

„Der DWS Top Dividende ist eine Mogelpackung: Es handelt sich gar nicht um einen Dividendenfonds, der zu 100 Prozent in Dividendenaktien investiert, sondern um einen Mischfonds mit Anleihen- und Rohstoff-Investments.“

Das große Fondsvermögen hat ein Geschmäckle: Der DWS Top Dividende wurde und wird als Dividendenfonds beworben, der weltweit in dividendenstarke Aktien investiert. Viele Anleger erwarteten entsprechend hohe Aktienrenditen und regelmäßige Dividenden.

Der Anbieter schützt aber nicht die Strategie, indem er den Fonds für neue Anlegergelder schließt, sondern lässt das Fondsvermögen und somit die eigenen Gebühren-Einnahmen weiter wachsen – entgegen den Interessen der Anleger.

Kosten – fünfmal teurer als ETFs

Ein weiterer Nachteil sind die Kosten. Beim DWS Top Dividende fallen Verwaltungsgebühren von 1,45 Prozent an, fondsinterne Handelskosten (Transaktionskosten) von 0,10 Prozent sowie einmalig ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent der Anlagesumme.

Insgesamt ergibt sich ein jährlicher Kostennachteil von mindestens 1,3 Prozentpunkten im Vergleich zu einem ETF. Das bedeutet, der DWS Top Dividende müsste jedes Jahr um 1,3 Prozentpunkte besser laufen, nur um die Kostenlücke zu schließen und genauso gut wie ein ETF abzuschneiden. 

Das ist äußerst schwierig und gelang dem Fonds in den vergangenen zehn Jahren nicht.

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Performance – in den letzten zehn Jahren schwach

Der DWS Top Dividende wurde im Jahr 2003 aufgelegt und konnte anfangs Welt- und Dividenden-ETFs deutlich schlagen. Seit Anfang der 2010er-Jahre tut er sich aber schwer.

Die Zahlen im Detail:

  • Vergleich mit dem ältesten globalen Dividenden-ETF: Der Top Dividende ist von der Rendite schwächer gelaufen als der älteste global streuende Dividenden-ETF. Der xtrackers STOXX Global Select Dividend 100 Swap lief über die vergangenen 15, 10 und 5 Jahre besser (ISIN: LU0292096186). Allerdings schwankte der Top Dividende weniger im Kurs relativ zur erzielten Rendite, was sich in einer besseren Sharpe Ratio ausdrückt. 

  • Vergleich mit dem größten Dividenden-ETF: Der Fonds liegt hinter dem Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield – und zwar über den gesamten Zeitraum seit Auflage im Jahr 2013, als auch über die vergangenen zehn und fünf Jahre (ISIN: IE00B8GKDB10). Auch das Chance-Risiko-Verhältnis (Sharpe Ratio) ist beim ETF über zehn und fünf Jahre besser. 

Der Ausgabeaufschlag ist dabei nicht in die Rendite und die Sharpe Ratio eingerechnet.

Diese Einmalkosten fallen gerade bei kürzeren Anlagezeiträumen stärker ins Gewicht und würden die Performance und Sharpe Ratio weiter verschlechtern. 

Performance des DWS Top Dividende vs. Dividenden-ETFs*
DWS Top Dividende LD
Xtrackers Stoxx Global Select Dividend 100 Swap
Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield
Kosten
1,45 % p.a.
0,50 % p.a.
0,29 % p.a.
5 Jahre
9,4 %
11,0 %
10,8 %
10 Jahre
7,0 %
9,2 %
9,4 %
15 Jahre
8,1 %
9,1 %
-
Sharpe Ratio (5 Jahre)
0,82
0,81
0,87
Sharpe Ratio (10 Jahre)
0,62
0,58
0,69

Quelle: Fondsweb.com

*Es handelt sich um Renditen auf Eurobasis zum Mai 2026. Der Ausgabeaufschlag des DWS Top Dividende ist in den Renditen nicht enthalten (wie generell üblich) und würde die Performance sowie die Sharpe Ratio leicht verschlechtern. Die ISIN der ETFs lauten: LU0292096186 und IE00B8GKDB10.

Ist ein Investment sinnvoll?

Anleger sollten besser auf weltweit streuende ETFs setzen. Hier ist langfristig aufgrund der geringeren Kosten mit einer höheren Rendite zu rechnen.

Die bisherige Performance des DWS Top Dividende lässt vermuten, dass der Fondsmanager den Markt nicht zuverlässig schlagen kann. 

„Ein Verkauf des DWS Top Dividende dürfte sich sehr oft lohnen letztlich hängt es von den Kursgewinnen im Fonds ab, den Zielen und dem Anlagehorizont.“

Vielmehr zeigt sich das typische Muster bei großen Fonds: Sie starten oft stark, weil der Fondsmanager durch Glück die richtigen Aktien ausgewählt hat.

Das zieht viele Anlegergelder an und im Anschluss schwächelt die Performance, da es sehr schwierig ist, dauerhaft besser abzuschneiden als der Markt.

Fazit: DWS Top Dividende Test

Ein Investment in den DWS Top Dividende ist nicht zu empfehlen. 

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Über den Autor

Elias Huber ist Honorarberater auf Stundenbasis (mit Zulassung nach § 34h GewO, die die Annahme von Provisionen verbietet). Er unterstützt Anleger im Raum Offenburg (Ortenaukreis), Karlsruhe, Freiburg sowie deutschlandweit per Videokonferenz – mit unabhängiger Finanzberatung rund um Geldanlage und Depotanalyse.

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